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<title>Lied der Partei</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lied der Partei</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das <b>Lied der Partei</b>, auch bekannt als <b>Die Partei hat immer recht</b>, war die <a href="Hymne" title="Hymne">Hymne</a> der <a href="Sozialistische_Einheitspartei_Deutschlands" title="Sozialistische Einheitspartei Deutschlands">Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands</a>, der führenden Partei der <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a>. Bekannt wurde vor allem der einprägsame Vers „Die Partei, die Partei, die hat immer recht“.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Text und Musik wurden 1949 von dem <a href="Deutschb%C3%B6hmen_und_Deutschm%C3%A4hrer" title="Deutschböhmen und Deutschmährer">Deutschböhmen</a> <a href="Louis_F%C3%BCrnberg" title="Louis Fürnberg">Louis Fürnberg</a> (1909–1957) verfasst (und 1950 uraufgeführt), welcher 1928 in die <a href="Komunistick%C3%A1_strana_%C4%8Ceskoslovenska" title="Komunistická strana Československa">Kommunistische Partei der Tschechoslowakei</a> (KPČ) eingetreten war. Auch wenn das Lied als Lobeshymne Verbreitung fand, besonders in der DDR, so war der konkrete Anlass für das Lied gegenteiliger Natur. Fürnberg, der sich zu jener Zeit in Prag aufhielt, wurde 1949 als ein <a href="Deutsche#Die_Deutschen_als_Ethnie" title="Deutsche">Deutscher</a> nicht zum IX. Parteitag der KPČ eingeladen, was ihn tief kränkte. Wie seine Witwe Lotte Fürnberg 2001 ausführte, schrieb er das Lied, um sich selbst wieder zur Ordnung zu rufen. „Er schrieb es, um die Kränkung vor sich selbst zu rechtfertigen.“ Nach ihrer Darstellung lasse sich aus den Zeilen bei genauer Betrachtung aber nicht nur demonstrativer Parteigehorsam im damaligen „Denunziationsklima“ herauslesen, sondern auch verzweifelter Trotz. Er soll ihr einige Jahre später noch gesagt haben: „Dieses Lied wird mir noch einmal sehr schaden.“<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der im Lied zum Ausdruck kommende Parteikult wird als typisch für den <a href="Leninismus" title="Leninismus">Leninismus</a> angesehen, der die kommunistische Partei zur „Vorhut der <a href="Arbeiterklasse" title="Arbeiterklasse">Arbeiterklasse</a>“ oder zur „Avantgarde des <a href="Proletariat" title="Proletariat">Proletariats</a>“ erklärte.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den Versen „So, aus Leninschem Geist, wächst, von Stalin geschweißt, die Partei, die Partei, die Partei.“ kommt der <a href="Personenkult" title="Personenkult">Personenkult</a> des <a href="Stalinismus" title="Stalinismus">Stalinismus</a> zum Ausdruck. Angesichts der kritischeren Sicht auf die Regierungszeit Stalins wurde nach dem <a href="XX._Parteitag_der_KPdSU" title="XX. Parteitag der KPdSU">XX. Parteitag der KPdSU</a> im Februar 1956 der Text geändert.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Jetzt hieß es nicht mehr „uns schützte die Mutter der Massen...“, sondern „uns führte die Mutter der Massen...“ Infolge des <a href="Entstalinisierung#XXII._Parteitag_im_Oktober_1961" title="Entstalinisierung">XXII. Parteitags der KPdSU</a> gehörte der Stalin-Kult ab November 1961 in der DDR nicht länger zur <a href="Staatsideologie" title="Staatsideologie">Staatsideologie</a>. So wurde der Name <i>Stalin</i> ganz entfernt, und es hieß im Jahr 1965: „So, aus Leninschem Geist, wächst zusammengeschweißt, die Partei, die Partei, die Partei.“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Spätestens in der <a href="Erich_Honecker" title="Erich Honecker">Ära Honecker</a> wurde der Spruch „die Partei hat immer recht“ in der DDR zu einem <a href="Gefl%C3%BCgeltes_Wort" title="Geflügeltes Wort">geflügelten Wort</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Die Partei hat immer recht</i> ist der Titel eines Buches von <a href="Ralph_Giordano" title="Ralph Giordano">Ralph Giordano</a> aus dem Jahr 1961, in dem er mit dem Stalinismus abrechnete, dem er bis etwa 1955 angehangen hatte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine textlich geänderte Version des Liedes der Partei verwendet <a href="Die_PARTEI" title="Die PARTEI">die PARTEI</a> als die „endgültige PARTEIhymne“.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Jan_Gerber" title="Jan Gerber">Jan Gerber</a>: <i>Lied der Partei.</i> In: <a href="Dan_Diner" title="Dan Diner">Dan Diner</a> (Hrsg.): <i>Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur</i> (EJGK). Band 3: <i>He–Lu.</i> Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, ISBN 978-3-476-02503-6, S. 515–520.</li>
<li><a href="Michael_Sauer_(Historiker)" title="Michael Sauer (Historiker)">Michael Sauer</a>: <i>Historische Lieder.</i> Stuttgart 2001, S. 153–157.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/kahl_marx1.pdf"><i>„Die Partei, die Partei, die hat immer recht …“ Eine ideologiekritische Analyse des Louis Fürnbergschen „Liedes von der Partei“.</i></a> Beitrag von <a href="Joachim_Kahl" title="Joachim Kahl">Joachim Kahl</a> in der Zeitschrift <i><a href="Aufkl%C3%A4rung_und_Kritik" title="Aufklärung und Kritik">Aufklärung und Kritik</a></i>, Sonderheft 10/2005.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Text">Text</h2></div>
<div class="poem">
<p>Sie hat uns alles gegeben.<br>
Sonne und Wind, und sie geizte nie.<br>
Wo sie war, war das Leben.<br>
Was wir sind, sind wir durch sie.<br>
Sie hat uns niemals verlassen.<br>
Fror auch die Welt, uns war warm.<br>
Uns schützt die Mutter der Massen.<br>
Uns trägt ihr mächtiger Arm.<br>
<br>
[Refrain:]<br>
Die Partei, die Partei, die hat immer recht!<br>
Und, Genossen, es bleibe dabei;<br>
Denn wer kämpft für das Recht,<br>
Der hat immer recht.<br>
Gegen Lüge und Ausbeuterei.<br>
Wer das Leben beleidigt,<br>
Ist dumm oder schlecht.<br>
Wer die Menschheit verteidigt,<br>
Hat immer recht.<br>
So, aus Leninschem Geist,<br>
Wächst, von Stalin geschweißt,<br>
Die Partei, die Partei, die Partei.<br>
<br>
Sie hat uns niemals geschmeichelt.<br>
Sank uns im Kampfe auch mal der Mut,<br>
Hat sie uns leis' nur gestreichelt,<br>
zagt nicht, und gleich war uns gut.<br>
Zählt denn noch Schmerz und Beschwerde,<br>
wenn uns das Gute gelingt.<br>
Wenn man den Ärmsten der Erde,<br>
Freiheit und Frieden erzwingt.<br>
<br>
[Refrain]<br>
<br>
Sie hat uns alles gegeben,<br>
Ziegel zum Bau und den großen Plan.<br>
Sie sprach: Meistert das Leben,<br>
Vorwärts, Genossen packt an!<br>
Hetzen Hyänen zum Kriege,<br>
Bricht euer Bau ihre Macht,<br>
Zimmert das Haus und die Wiege,<br>
Bauleute seid auf der Wacht!<br>
<br>
[Refrain]<br>
<br>
(Text und Musik: Louis Fürnberg, 1950)
</p>
</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Volker Müller: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.berliner-zeitung.de/die-dichterwitwe-lotte-fuernberg-erinnert-sich-ihrer-lebensjahre-mit-louis-fuernberg-es-ist-so-viel-blut-umsonst-geflossen-16483354"><i>Es ist so viel Blut umsonst geflossen.</i></a> Die Dichterwitwe Lotte Fürnberg erinnert sich ihrer Lebensjahre mit Louis Fürnberg. In: <i><a href="Berliner_Zeitung" title="Berliner Zeitung">Berliner Zeitung</a>.</i> 26.&nbsp;Januar 2001,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 10.&nbsp;Mai 2016</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALied+der+Partei&amp;rft.title=Es+ist+so+viel+Blut+umsonst+geflossen&amp;rft.description=Es+ist+so+viel+Blut+umsonst+geflossen&amp;rft.identifier=http%3A%2F%2Fwww.berliner-zeitung.de%2Fdie-dichterwitwe-lotte-fuernberg-erinnert-sich-ihrer-lebensjahre-mit-louis-fuernberg-es-ist-so-viel-blut-umsonst-geflossen-16483354&amp;rft.creator=Volker+M%C3%BCller&amp;rft.date=2001-01-26">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Martin_Sabrow" title="Martin Sabrow">Martin Sabrow</a>: <i>Das Charisma des Kommunismus. Überlegungen zur Anwendung des Weberschen Herrschaftstypus auf die DDR</i>. In: Martin Sabrow (Hrsg.): <i>Potsdamer Almanach des Zentrums für Zeithistorische Forschung 2006</i>. Transit, Berlin 2007, ISBN 978-3-88747-228-3</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Brigitte Klump: <cite style="font-style:italic">Das rote Kloster. Eine deutsche Erziehung. Produktion der Machtelite in der DDR</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Goldmann Taschenbuch</cite>. 2. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>11291</span>. Wilhelm-Goldmann-Verlag, München 1981, ISBN 3-442-11291-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>60<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>f</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Lied+der+Partei&amp;rft.atitle=Das+rote+Kloster.+Eine+deutsche+Erziehung.+Produktion+der+Machtelite+in+der+DDR&amp;rft.au=Brigitte+Klump&amp;rft.date=1981-05&amp;rft.edition=2.&amp;rft.genre=journal&amp;rft.isbn=3442112915&amp;rft.issue=11291&amp;rft.jtitle=Goldmann+Taschenbuch&amp;rft.pages=60+f.&amp;rft.place=M%C3%BCnchen&amp;rft.pub=Wilhelm-Goldmann-Verlag" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Jahresangabe des [geänderten] Textes „1965“ in: Hans Thomas (Hrsg.): <i>1946–1971. Sie hat uns alles gegeben. Material zur Fest- und Feiergestaltung.</i> <a href="Zentralhaus_f%C3%BCr_Kulturarbeit_der_DDR" title="Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR">Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR</a>, Leipzig 1971, S. 21</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexandra Schichtel: <i>Zwischen Zwang und Freiwilligkeit. Das Phänomen Anpassung in der Prosaliteratur der DDR</i>. Westdeutscher Verlag, Opladen, Wiesbaden 1998, ISBN 3-531-13190-7, S. 23.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Die Partei hat immer recht</i>. Kiepenheuer &amp; Witsch, Köln 1961. Als Neuauflage bei Herder, 1990, ISBN 3-451-08413-9.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.die-partei.de/2013/09/21/die-partei-hymne/"><i>Die PARTEI-Hymne…</i></a> Die PARTEI, 21.&nbsp;September 2013,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 12.&nbsp;September 2021</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALied+der+Partei&amp;rft.title=Die+PARTEI-Hymne%E2%80%A6&amp;rft.description=Die+PARTEI-Hymne%E2%80%A6&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.die-partei.de%2F2013%2F09%2F21%2Fdie-partei-hymne%2F&amp;rft.publisher=Die+PARTEI&amp;rft.date=2013-09-21&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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